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Die Taufschale Barbarossas

Das in Silber getriebene, gravierte und teilvergoldete Handwaschbecken wird in der älteren Literatur häufig als Taufschale Barbarossas bezeichnet (Berlin, Kunstgewerbemuseum SMB, Inv. 1933, 25). Sie zeigt auf dem Grund in Form einer kreisrunden, vergoldeten Gravur und umgeben von zwei umlaufenden Schriftbändern den Taufakt Friedrichs von Schwaben (Kaiser ab 1155) im damals noch üblichen Ritual einer Ganzkörpertaufe. Unter den insgesamt sechs Figuren stechen, inschriftlich pointiert, der Täufling „FRIDERIC(US) I(M)P(ERAT)T(OR)“ und sein Pate „Otto“ von Cappenberg hervor. Die anderen Personen sind der taufende Bischof mit einem assistierenden Kleriker und zur Linken des Betrachters weitere weltliche Zeugen, darunter eine Frau.

Die Taufschale in 3D

Wie aus der Stiftungsurkunde des Otto von Cappenberg (um 1160/70) und der äußeren Umschrift in der Schale hervorgeht, befand sich das sowohl historisch wie künstlerisch bemerkenswerte Stück im 12. Jahrhundert unter den Geschenken des Kaisers an seinen Taufpaten und nach der Verfügung Ottos dann für Jahrhunderte unter den Cappenberger Kirchenschätzen. Dort wohl im Gefolge der Säkularisation und der napoleonischen Kriege verloren gegangen, wurde das Becken 1820 auf Goethes Anraten von der Erbgroßherzogin Maria Pawlowna nach Weimar geholt und von da an zum Gegenstand kontroverser Deutungsversuche sowie später– zusammen mit dem sog. Barbarossakopf – lebhafter wissenschaftlicher Diskussionen. 1933 gelangte das Stück an das Berliner Kunstgewerbemuseum, wo es zu den Hauptexponaten der mittelalterlichen Abteilung zählt.